Sei es die Krankenschwester im Berufsalltag, der Sportler im Training, oder Max Mustermann in der hellen Badehose – alle kennen das Problem mit weissen Kleidungsstücken, die allzu oft mehr zeigen als erwünscht - selbst oder gerade bei entsprechend weisser oder dunkler Unterwäsche darunter. Doch auch bei Objekten wie z.B. Gerüstverkleidungen oder im Messebau spielt die Transparenz
von Textilien eine bedeutende Rolle.
Mit dem Ziel, zukünftig eine bestimmte Durchsichtigkeit bzw. Blickdichtigkeit (Opazität) von Textilien neutral bewerten und gezielt steuern zu können, wird derzeit an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim in Zusammenarbeit mit Projektpartner Eschler Textil eifrig getüftelt. Hautnahes Forschen an Probanden verschiedener Hauttypen soll die in der Papierherstellung bereits vorhandene ähnliche Messmethode in die Textilindustrie praxisnah übertragen.
Anhand eines Fragebogens bewerten die Teilnehmer der optischen Testversuche die Durchsichtigkeit eines weissen Testgewebes. Die in den Versuchen gewonnen Ergebnisse sollen anschliessend an realen Hauttypen bestätigt werden und schliesslich in eine objektive Messmethode zur Klassifizierung von Transparenz umgesetzt werden.Neben der Bewertung der Opazität werden im Rahmen des Projektes auch Richtlinien für deren Steuerung durch Garnstärke und –zusammensetzung erarbeitet. So kann künftig bereits bei der Konstruktion textiler Materialien die gewünschte Blickdichtigkeit definiert werden. In einem weiteren Projektschritt sollen auch die Auswirkungen äusserer Einflüsse wie Feuchtigkeit auf die Transparenz textiler Materialien untersucht werden. Projektleiterin Julia Gündel gibt aber Entwarnung: «Wo es aus modischen oder funktionellen Gründen heraus erwünscht ist, wird es auch weiterhin Transparenz bei textilen Materialien geben.»