Weltweit werden jährlich rund 120.000 Erdbeben mit einer Stärke von 2,5 und höher verzeichnet. Besonders in dicht besiedelten Gebieten geht eine große Gefahr von einstürzenden Gebäuden aus. Gebäude aus Mauerwerk haben sich aufgrund des geringen Schubwiderstandes als besonders anfällig erwiesen.
Das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) hat im Rahmen eines grundlagenorientierten Forschungsprojektes nach Wegen gesucht, durch die Einbindung textiler Gitter die Tragfähigkeit des Mauerwerkes zu erhöhen und dieses durch Verbesserung des Riss-, Bruch-, und Nachbruchverhaltens gegen den Totaleinsturz bei Erdbebenlast zu schützen.
Dazu wurden spezielle kettengewirkte textile Hybrid-Bewehrungen aus AR-Glas-Filamentgarnen mit integrierten, seilartigen, stark verformbaren und belastbaren Verstärkungen aus dehnbaren Materialien entwickelt.
Durch einen mehrstufigen Aufbau des Textils, einer orthogonalen Anordnung der Fasern, sowie der Verwendung eines wasserdampfdurchlässigen Spezialmörtels sind sehr große Verformungen unter Bewahrung der Kohäsion der Mauerwerksbestandteile möglich. Diese Eigenschaften sind für ein verbessertes Nachbruchverhalten unabdingbar. Im Vergleich zu anderen Verstärkungsmethoden ist die Handhabbarkeit einfach und der Applikationsaufwand gering.