Synthetische Materialien für Hochleistungsanwendungen

Wissenschaftler der TU-Chemnitz forschen derzeit an der Konzeption von leistungsfähigen und dennoch leichten Seilen. Für Gebäude die mehrere hundert Meter hoch sind, braucht man riesige Kräne und lange Aufzüge. Stahlseile kommen hier aufgrund ihres enormen Eigengewichtes kaum in Frage. Das Interesse der Wissenschaftler gilt daher Seilen aus Synthesefasern, die nur rund ein Achtel des Gewichts von Stahlseilen auf die Wage bringen.

Was die Forscher am meisten interessiert, sind die Möglichkeiten dieser neuartigen Seile, die bisher in ähnlicher Form verwendet wurden um Ozeanriesen im Hafen zu vertäuen oder Ölplattformen zu befestigen. Das Wissenschaftsteam möchte diese Art von Seilen auch der Fördertechnik zugänglich machen. Der Unterschied zum klassischen Faserseil besteht darin, dass die Seile nicht nur hohe statische Belastungen ertragen, sondern auch kontinuierlich gebogen und umgelenkt werden können. Zur Verwendung kommen hochmodulare Faserwerkstoffe mit gestreckten Molekülketten, die nach dem Strecken thermisch fixiert werden. Diese sind teilweise deutlich fester als Stahl.

Das erste anwendungsbezogene Projekt ist derzeit eine gewichtsreduzierte Seilwinde für Hubschrauber. In Kooperation mit einem Unternehmen sollen die Faserseile auch in Krananlagen getestet werden. Bei steigendem Stahlpreis und, je nach Anwendungsgebiet, besserer Resistenz gegen eine aggressive Umgebung, könnten die Faserseile vielseitige Verwendung finden.

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